News: Medienpolitik

Grundzüge der Filmpolitik in NRW

Zur Eröffnung des Internationalen Filmkongresses der Film- und Medienstiftung NRW hat NRW-Medienstaatssekretär Dr. Marc Jan Eumann die Grundzüge der Filmpolitik der neuen Landesregierung dargelegt und an die Verantwortung der Plattformbetreiber und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Filmwirtschaft appelliert.

Der Medienstaatssekretär sprach sich für die Beibehaltung des Solidarsystems beim Filmfördergesetz aus und will mit den Plattformbetreibern über eine Filmabgabe sprechen: „Wir wollen“, so Eumann, „in verbindlichen Gesprächen Lösungen suchen.“ NRW unterstütze zum Beispiel eine Verkürzung der Auswertungsfenster, damit Filme nach der Kinoauswertung schneller Online verwertet werden können. Das Kino soll aber weiter der wichtigste Ort der exklusiven Filmauswertung bleiben.


Kritisch äußerte sich Eumann über die derzeit diskutierten Entwürfe zweier EU-Verordnungen, die großen Einfluss auf die deutsche Filmförderung haben: die EU-Kinomitteilung und das Media-Programm. Beide Novellen seien für Deutschland so nicht akzeptabel, da sie die Filmförderung in Deutschland gefährden bzw. verringern könnten und einen Eingriff der EU in die Kulturhoheit der Länder darstellen.

Eine wichtige Verantwortung für eine starke deutsche Filmwirtschaft trägt nach Auffassung der NRW-Regierung auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Nachdem durch die neue Haushaltsabgabe die Finanzierung für die nächsten Jahre gesichert sei, müssen ARD und ZDF auch weiterhin ausreichend Mittel für TV-Auftragsproduktionen und Filmkoproduktionen bereitstellen. „Wir müssen“, so Eumann, „eine Debatte über den Stellenwert des deutschen Films im Fernsehen führen.“

Die neue Video-on-Demand-Plattform Germany’s Gold, die auf Initiative von ARD und ZDF entstehen soll, forderte er auf, auch für private Sender offen zu sein. Eindringlich mahnte der Medienstaatssekretär, entscheidende Fragen des Urheberrechts im Interesse der Filmwirtschaft endlich zu regeln. (6/12)

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